Um die Ausgangssituation des Hofs von Knud Grell zu bestimmen, führten top agrar und die Jäger eine umfassende SWOT-Analyse durch. Das Verfahren berücksichtigt neben Stärken (strengths) und Schwächen (weaknesses) des Betriebs auch Chancen (opportunities) und Risiken (threats), die sich in Zukunft ergeben könnten. Aus der Analyse konnten wir ganz einfach Kommunikationsziele ableiten, die das Fundament für die zukünftige Unternehmensstrategie bilden.

Stärken.

Knud Grell und seine Familie sind im Dorf sowohl integriert als auch anerkannt. Der Landwirt selbst ist Mitglied im Musikverein und bei der örtlichen Feuerwehr. Sein Vater übt seit 2003 das Bürgermeisteramt in Duvensee aus. Auch innerhalb des Betriebs gibt es keine Unstimmigkeiten: Familie Grell und ihre Hofmitarbeiter halten zusammen. Knud Grell ist ein junger, gut ausgebildeter Betriebsleiter, der sich mit seiner zukunftsorientierten Art bewusst für die Weiterführung des Familienbetriebs im Dorf entschieden hat. Der Landwirt ist bodenständig und zugleich weltoffen, er will etwas bewegen. Dabei zeigt er ein hohes Maß an Kompromissbereitschaft und Flexibilität: Er reflektiert, gesteht sich Fehler ein und ist bereit, seinen Betrieb zu ändern.

Schwächen.

Familie Grell hat eine ruhige und zurückhaltende Art, die nach außen reserviert oder distanziert wirken könnte. Bisherige Verbesserungen am Hof haben Grell nicht nach außen hin mitgeteilt, da sie sich unschlüssig über die Art der Kommunikation waren. Zudem gibt die Größe des Betriebes eine Basis für Vorurteile. Hinzu kommt, dass sich Rahmenbedingungen des Betriebs nicht ändern lassen: Hierzu zählen eine hohe Arbeitsbelastung durch lange Melk- und Fütterungszeiten, das geplante Naturschutzgebiet sowie die enge Dorflage, die kaum Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bietet. Das Wohl der Tiere und die Produktion stehen für den Betrieb an erster Stelle, so kommt es an Wochenenden oder in Erntezeiten beispielsweise zu einer höheren Lärmbelastung. Die Notwendigkeit dieser Arbeiten können Anwohner häufig nicht nachvollziehen. Zudem verursachen ständige unbegründete Anzeigen bei den Behörden einen hohen bürokratischen Aufwand für Grell. Die angespannte Situation zwischen Familie Grell und den Nachbarn hat sich bereits bis hin zum Baustopp und zur Anzeige wegen Nötigung und Hausfriedensbruch zugespitzt.

Chancen.

Der Baustopp, den die Nachbarn im Eilverfahren erwirkt hatten, wurde inzwischen wieder aufgehoben, sodass die Arbeiten am neuen Stall mittlerweile abgeschlossen sind. Die betriebliche Entwicklung und Wirtschaftlichkeit des Hofs werden durch den Stallanbau und das Engagement von Knud Grell gesichert. Durch das Projekt „Starke Bauern. Starkes Image.“ bauen top agrar und die Jäger eine gute Kommunikation nach außen auf, mit der Familie Grell zukünftigen Konflikten vorbeugen kann. Im Zuge der neuen Kommunikationsstrategie lernen die Grells, wieder mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit transparent darzustellen. So ließen sich auch Vorurteile gegen konventionelle Landwirtschaft entmachten. Dadurch könnte sich die verfahrene Situation entspannen und letztlich sogar auflösen. So könnte die Familie ihr Ansehen im Dorf noch weiter ausbauen.

Risiken.

In einem Dorf mit 550 Einwohnern verbreiten sich Unwahrheiten und Anschuldigungen schnell. Der Familie wurde bereits unbegründet vorgeworfen, dass Senior-Chef Hans-Peter Grell sein Bürgermeisteramt nutzen würde, um Vorteile für den Betrieb zu erwirken. Oder, dass die Tierhaltung der Gesundheit von Natur und Menschen in der Nachbarschaft schaden würde. Der Streit mit den Nachbarn droht zu eskalieren, da es den Grells bisher schwerfällt, in einen Dialog zu treten. Erschwerend kommt hinzu, dass die drei Hauptgegner des Betriebs teils unterschiedliche Interessen vertreten. Der Zusammenschluss der gegnerischen Nachbarn könnte sich zudem auf noch mehr Anwohner ausweiten, bis keine Chance auf Besänftigung mehr besteht. Der permanente Disput mit den Gegnern sowie die gleichzeitig wirtschaftlich angespannte Zeit für den Betrieb führen zu einer stetigen psychischen Belastung innerhalb des Betriebs und der Familie. Außerdem droht das geplante Naturschutzgebiet den Hof von der hinteren Seite aus immer weiter einzuengen. Baustopp, zusätzliche Gutachten und Anwaltskosten führen zu einer hohen finanziellen Belastung für die Familie Grell.

Ziele.

top agrar und die Jäger konnten aus der SWOT-Analyse mehrere konkrete Ziele ableiten, die mithilfe des Kommunikationsprojekts „Starke Bauern. Starkes Image.“ erreicht werden sollen. Hauptziel ist es, den Frieden im Dorf zu sichern. Die Kommunikation untereinander soll in Zukunft offener werden, wofür klare Regeln geschaffen werden müssen: Wann und wie werden Nachbarn über Änderungen informiert? Wie können Landwirt und Nachbarn künftig stressfrei in einen Dialog treten?
Zudem wollen wir erreichen, dass Dorfbewohner und Landwirte wieder mehr Verständnis füreinander entwickeln. In diesem Zuge sollen die Nachbarn vor allem für saisonale Arbeiten, wie eine intensive Maisernte, sowie für die Herausforderungen der Landwirtschaft sensibilisiert werden. So beabsichtigen wir langfristig, dass Knud Grell Gewissheit über die Zukunft seines Betriebs erhält und ein Vorbild für andere ambitionierte Landwirte sein kann.

 

Möchten Sie auch eine SWOT-Analyse durchführen, um das volle Potenzial Ihres Betriebs auszuschöpfen? top agrar und die Jäger haben eine Vorlage für Sie erstellt, mit der Sie ganz einfach Ihre Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken analysieren können.